„Reißt diesen Brunnen ab… er ist alt, nutzlos, seit zehn Jahren wird er ohnehin nicht mehr benutzt. Hier muss alles dem Erdboden gleichgemacht werden — so wurde es angeordnet.“ Doch die alte Frau klammerte sich daran fest und wich nicht zurück, bis man sie mit Gewalt wegzog, und als der Brunnen zerstört wurde, fand man darin etwas, das alle vor Entsetzen auf sie starren ließ 😱😱
— Reißt diesen Brunnen ab… er ist alt, er ist nutzlos. Hier muss alles dem Erdboden gleichgemacht werden, — wiederholte der Bauleiter trocken, ohne den Blick von den Plänen zu heben.
Die alte Frau stand daneben, auf ihren Stock gestützt, und ihre dünne Hand zitterte auf dem rissigen Holzgriff. Das Rad knarrte, die Kette klirrte, als würde sie an die Zeit erinnern, die hier einst stehen geblieben war.
— Warum sind Sie nur so stur, seit zehn Jahren holt hier niemand mehr Wasser… wir haben ein Projekt, Fristen, — fügte der junge Mann im weißen Helm sanfter hinzu.
Sie hob langsam den Blick, in dem eine seltsame, fast beängstigende Entschlossenheit aufblitzte.
— Diesen Brunnen darf man nicht anfassen. Hier ist mein Leben vergangen.
Er seufzte, wollte keinen Streit, aber auch nicht nachgeben. Die Maschinen dröhnten bereits, wirbelten Staub auf, die Arbeiter wechselten Blicke, als würden sie sich fragen, woher diese sture alte Frau gekommen war.
Plötzlich klammerte sie sich mit solcher Kraft an die Kette, dass ihre Knöchel weiß wurden.
— Ich weiß, dass ihr graben werdet… aber ich werde euch das nicht erlauben.
Die Nachbarn begannen auf die Straße zu kommen und flüsterten über das Geschehen. Alle dachten, sie wolle einfach die Erinnerung an ihren Mann nicht loslassen, der diesen Brunnen einst gebaut hatte.
Doch die Arbeiter konnten nicht warten. Vorsichtig, aber mit Gewalt zogen sie sie beiseite, trotz ihrer verzweifelten Bitten.
Und als die Schaufel des Bulldozers mit dumpfem Krachen das alte Holz zerstörte und in die Tiefe eindrang, ertönte eine Sekunde später ein Schrei.
Dort unten war etwas, das das Blut in den Adern gefrieren ließ… und alle drehten sich wie auf ein Zeichen langsam zur alten Frau um und sahen sie nun mit ganz anderen Augen an 😵😱
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Als sich der Staub etwas gelegt hatte, bot sich im zerstörten Brunnen ein Anblick, der allen einen Schauer über den Rücken jagte. Die Arbeiter erstarrten, jemand trat instinktiv einen Schritt zurück und konnte seinen Augen nicht trauen. Am Boden lag ein menschlicher Körper — verdunkelt, fast mit der Erde verschmolzen, mit deutlichen Spuren der vergangenen Jahre.
Eine Stille legte sich so plötzlich über den Hof, als wären alle Geräusche der Welt verschwunden.
Die alte Frau sank langsam auf die Knie. Der Stock glitt ihr aus den Händen, und sie brach, sich nicht mehr verbergend, in Tränen aus, während sie die Hände vor das Gesicht presste.
— Das… ist er… — kam es unter Tränen hervor.
Zuerst verstand niemand, doch dann ging ein Flüstern durch die Menge, wurde immer lauter und unheimlicher. Genau jener „verschwundene“ Ehemann, von dem sie jahrelang immer dieselbe Geschichte erzählt hatte: dass er sie verlassen habe und zu einer anderen Frau gegangen sei.
Die Wahrheit erwies sich als viel schwerer.
Vor vielen Jahren, in einer Nacht, brach zwischen ihnen ein Streit aus. Harte Worte, Kränkung, blinder Zorn. In ihrer Wut stieß sie ihn, ohne die Kraft abzuschätzen, und er verlor das Gleichgewicht und stürzte hinunter. Sie versuchte ihn zu retten, rief ihn, streckte sich nach ihm aus, doch alles war vergeblich.
Die Angst war stärker.
Sie sagte niemandem etwas. Sie erklärte, das Wasser im Brunnen sei verdorben, dass man ihn nicht mehr benutze, und ihr Mann… sei einfach verschwunden und habe sich für ein anderes Leben entschieden.
Seitdem wurde dieser Brunnen zu ihrem Gefängnis und ihrem Geheimnis.
Und erst an diesem Tag, als die Maschinen das alte Holz und den Stein zerstörten, stürzte вместе mit ihnen auch die Lüge ein, die sie jahrelang getragen hatte — schwer wie die Schuld selbst.









